Mantelthermoelement oder Mantelwiderstandsthermometer
Der Unterschied kurz und verständlich erklärt
Bei der Auswahl des richtigen Temperaturfühlers stehen Anwender häufig vor der Frage: Mantelthermoelement (MTE) oder Mantelwiderstandsthermometer (MWT)? Beide Bauformen sehen auf den ersten Blick ähnlich aus – ein dünnes, biegbares Metallrohr mit Messspitze. Doch im Inneren stecken zwei völlig unterschiedliche Messprinzipien. Wir zeigen die wichtigsten Unterschiede.
Der gemeinsame Nenner: die Mantelmessleitung
Sowohl MTE als auch MWT nutzen einen sehr ähnlichen robusten Grundaufbau:
- Edelstahl oder Inconel 600 als äußere Schutzhülle
- Magnesiumoxid (MgO) als mineralische, verdichtete Isolation
- Im Inneren verpresste Leiter, vollständig vom Mantel umschlossen
Dieser Aufbau macht beide Fühlertypen dampf- und druckdicht, erschütterungsfest und langlebig. Die Mantelleitung lässt sich zudem biegen und individuell an die jeweilige Einbausituation anpassen – bei Mantelwiderstandsthermometern bleibt dabei meist die Messspitze (ca. 20 mm) starr, während der übrige Teil flexibel bleibt.
Der entscheidende Unterschied: das Messprinzip
MTE – Mantelthermoelement: Im Inneren sind zwei unterschiedliche Metalldrähte an der Spitze verschweißt. Durch Temperaturdifferenzen entsteht eine kleine Thermospannung, die gemessen wird (Seebeck-Effekt).
- Messbereich: sehr weit, -200 bis über 1500 °C (je nach Typ K, J, N, S, R, B)
- Genauigkeit: gut, aber geringer als beim Widerstandsthermometer
- Ansprechzeit: schneller
- Kosten: in der Regel günstiger
MWT – Mantelwiderstandsthermometer: Hier sitzt an der Spitze ein Widerstandsthermometer/Platin-Messwiderstand (Pt100 oder Pt1000), dessen elektrischer Widerstand sich mit der Temperatur ändert. Die Verbindung zum Anschlussstelle erfolgt über verpresste Kupferdrähte innerhalb der Mantelleitung.
- Messbereich: bis ca. 600 °C
- Genauigkeit: hoch, sehr gute Langzeitstabilität
- Ansprechzeit: langsamer
- Kosten: in der Regel etwas höher
Fazit: Welcher Fühler passt zu Ihrer Anwendung?
Für sehr hohe Temperaturen oder wenn Robustheit und Reaktionsgeschwindigkeit im Vordergrund stehen, ist das MTE die richtige Wahl. Wer dagegen höchste Genauigkeit und Langzeitstabilität im mittleren Temperaturbereich benötigt, greift zum MWT.
Haben Sie Fragen zur passenden Fühlerauswahl für Ihre Anwendung? Sprechen Sie uns gerne an – wir beraten Sie individuell.
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